Merkel: Wir sind der Gegenentwurf zur hasserfüllten Welt des Terrors


Merkel: Wir sind der Gegenentwurf zur hasserfüllten Welt des Terrors

Erneut verteidigt sie ihre Asylpolitik.

"2016 war ein Jahr schwerer Prüfungen".

Dennoch sei sie zuversichtlich und wolle erklären, "warum ich so sehr von den Stärken unseres Landes und seiner Menschen überzeugt bin". Die schwerste Prüfung sei ohne Zweifel der islamistische Terrorismus. Merkel nannte ausdrücklich die Angriffe und Anschläge in Würzburg, Ansbach und auf den Weihnachtsmarkt in Berlin. Anlass zur Zuversicht gebe ihr aber die Erfahrung, dass die Menschen sich gegenseitig Trost spendeten. Man habe in den Tagen nach der Tat von Berlin in Deutschland trotz allem Zuversicht spüren können - in dem gespendeten Trost und in der festen Entschlossenheit, der Welt des Hasses der Terroristen die Mitmenschlichkeit und den Zusammenhalt entgegenzusetzen.

"Indem wir unserem Leben und unserer Arbeit nachgehen, sagen wir den Terroristen: Sie sind Mörder voller Hass, aber wie wir leben und leben wollen, das bestimmen nicht sie". "Indem wir zum Beispiel mit den Bildern des zerbombten Aleppo in Syrien vor Augen noch einmal sagen dürfen, wie wichtig und richtig es war, dass unser Land auch im zurückliegenden Jahr denjenigen, die tatsächlich unseren Schutz brauchen, geholfen hat, hier bei uns Tritt zu fassen und sich zu integrieren".

In ihrer am Freitag vorab veröffentlichten Neujahrsansprache sagte die CDU-Politikerin, Demokratie, Rechtsstaat und gemeinsame Werte seien "der Gegenentwurf zur hasserfüllten Welt des Terrorismus, und sie werden stärker sein als der Terrorismus".

Für das neue Jahr wünscht sich die Bundeskanzlerin mehr Zusammenhalt und eine Stärkung der Demokratie. "2017 werden wir als Bundesregierung dort, wo politische oder gesetzliche Veränderungen nötig sind, schnellstens die notwendigen Maßnahmen in die Wege leiten und umsetzen", kündigte sie in der Ansprache an, die am Samstagabend ausgestrahlt werden soll.

Merkel widerspricht jenen, die angesichts der Probleme die Errungenschaften der Vergangenheit in Frage stellten, etwa die Europäische Union oder gleich die parlamentarische Demokratie, weil diese sich angeblich nicht um die Interessen der Bürger kümmere. "Ja, Europa ist langsam". Aber die Deutschen sollten sich "niemals vorgaukeln lassen, eine glückliche Zukunft könnte je im nationalen Alleingang liegen". Europa sei bei Themen wie dem globalen Wettbewerb, dem Schutz der Außengrenzen oder der Migration als Ganzes herausgefordert. "Sie akzeptiert, nein, sie fordert Widerspruch und Kritik", so Merkel.

Die Kanzlerin mahnte, 2017, im Jahr der Bundestagswahl, zwar leidenschaftlich zu streiten, aber stets wie Demokraten, die sich bewusst seien, dass es eine Ehre sei, der Demokratie zu dienen.

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