SPD will sich von Merkel nicht treiben lassen


SPD will sich von Merkel nicht treiben lassen

Merkel bestätigte Sonntagabend entsprechende Spekulationen.

CDU-Vize Armin Laschet sagte vor dem CDU-Treffen: "Wir haben eine Kanzlerin, und wir wollen auch, dass sie das bleibt". Das wolle sie zurückgeben - "auch in einem nicht einfachen Wahlkampf", hatte die Kanzlerin zuvor in der Vorstandsklausur ihrer Partei betont. Doch wie steht die Konkurrenz zu Merkels erneuter Kandidatur? Rechtzeitig für die Hauptnachrichtensendungen kündigt Merkel auch vor den Kameras noch einmal ihre Entscheidung an und begründet ihren Schritt.

Die Linken wollen sich im Wahlkampf als einzig konsequente Alternative zu Bundeskanzlerin Angela Merkel empfehlen; man will auf bisherige Fehler Merkels hinweisen, um Wähler zu gewinnen. "In meiner Arbeit kann ich Erfahrung in die Waagschale werfen, Kenntnis und natürlich auch neue Ideen". "Sie trete dafür an für "unsere Werte, Interessen und unsere Art zu leben" zu kämpfen" und nannte sogleich Demokratie, Freiheit, Respekt vor dem Recht sowie die Würde jedes Menschen unabhängig von Hautfarbe, Herkunft, Religion, sexueller Orientierung und Geschlecht. Beide hätten sich geeinigt, "im Sinne der Reziprozität" (Wechselseitigkeit) zu verfahren, sagte Merkel. Sie sei nicht am CSU-Parteitag gewesen, deshalb werde Seehofer auch nicht Gast am CDU-Parteitag sein. So will die Opposition mit dem Versprechen einer grundlegend anderen Politik eine vierte Amtszeit Merkels verhindern. Merkel ist seit April 2000 CDU-Vorsitzende und seit November 2005 Kanzlerin. Adenauer war 14 Jahre, Kohl 16 Jahre Bundeskanzler.

Freude über Merkels Kandidatur äußerte auch die AfD-Vorsitzende Frauke Petry. "Dann werden wir 2017 nicht nur den Bundespräsidenten stellen, sondern auch den Bundeskanzler". "Merkel hat ihre Partei mehr als jeder vor ihr in die Mitte geführt und hat die CDU modernisiert", sagte sie der "NOZ". Seit etwa vier Jahren ist das Paar verheiratet. CSU-Chef Horst Seehofer hatte nach Merkels Erklärung vom Sonntag gesagt: "Es ist gut, dass jetzt Klarheit herrscht, und dass sie sich entschieden hat". Es komme jedoch darauf an, noch inhaltliche Differenzen zu klären. Deswegen habe keiner so gute Erfolgsaussichten wie die Bundeskanzlerin. Ihr "Mythos der Unbesiegbarkeit" sei vorbei, und die Union müsse sich aufgrund der ewigen Querelen eher in "Zwietracht" umbenennen. Sie habe in den vergangenen Tagen und Wochen viel außenpolitisches Lob erfahren. Angesichts der Präsidentschaft von Donald Trump präsentiere sich Merkel als die "einzig verbleibende Garantin für die Stabilität der freiheitlichen Weltordnung", schreibt die NZZ. Hauptkonkurrent sei die Union. "Wir werden es mit Anfechtungen von allen Seiten zu tun haben - von rechts, von links", fügte sie hinzu. "Jedenfalls ist es möglich, dass Angela Merkel den richtigen Zeitpunkt zum Aufhören jetzt verpasst hat". Er ist Chef der sozialdemokratischen SPD und Vizekanzler Deutschlands. Die CDU habe aber keinen Grund, schon zu siegesgewiss zu sein.

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