In vier Monaten geht Monte dei Paschi das Geld aus


In vier Monaten geht Monte dei Paschi das Geld aus

Die italienischen Banken sitzen auf faulen Krediten in Höhe von insgesamt 360 Milliarden Euro.

Der erste Teil des Rettungsplans sieht vor, dass Anleihehalter ihre Anleihen in Aktien tauschen - Monte dei Paschi will mit diesem debt-to-euity-swap ein Volumen von zwei Milliarden Euro erreichen.

Dem Wirtschaftsministerium zufolge könnte mit dem Milliardenpaket die Liquidität im Finanzsystem gesichert und die Kapitaldecke der Institute aufgestockt werden.

Die italienische Krisenbank Monte dei Paschi di Siena hat Insidern zufolge mit ihrem Anleihen-Tauschprogramm bis Dienstag rund 500 Millionen Euro eingenommen. Es ist fraglich, ob sich ausreichend private Investoren für eine Kapitalerhöhung finden.

Monte Paschi setzt auf eine Milliarde Euro allein vom Staatsfonds von Katar, doch Kreisen zufolge haben sich die Verantwortlichen dort noch nicht zu einer Investition durchringen können.

Die Aktie des Geldhauses wurde heute vorübergehend vom Handel ausgesetzt, nachdem bekannt geworden war, dass die flüssigen Mittel der Bank noch schneller zur Neige gehen werden als bisher angenommen. Sie brach zeitweise auf ein Rekordtief von 15 Euro ein. Zuvor muss die Regierung aber noch ein Problem lösen: Nach EU-Regeln müssten auch Investoren Verluste tragen, wenn der Staat einer Bank hilft - bei MPS wären davon Zehntausende Kleinanleger betroffen.

Doch bei einer mit erhöhter Staatsverschuldung verbundenen Rettungsaktion drohen Italien noch andere Folgen: Die für die Refinanzierungsgeschäfte der Banken bei der Europäischen Zentralbank wichtige Bonitätsnote "A", die für eine sichere Anlage steht, könnte bei der Ratingagentur DBRS ins Wackeln geraten.

Ministerpräsident Paolo Gentiloni hatte am Montag nach Bekanntwerden der Pläne betont, dass es sich dabei um eine Vorsichtsmaßnahme handele. DBRS ist die Letzte große Ratingagentur, die Italiens Bonität noch mit einem "A" bewertet.

Beliebt