Gefängnisstrafe für Fahrdienstleiter von Bad Aibling


Gefängnisstrafe für Fahrdienstleiter von Bad Aibling

Zwölf Menschen sind beim Zugunglück von Bad Aibling im Februar ums Leben gekommen - nun wurde der Fahrdienstleiter wegen fahrlässiger Tötung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Schuld ist der Fahrdienstleiter.

Traunstein - Im Prozess um das verheerende Zugunglück von Bad Aibling mit zwölf Toten soll an diesem Montag das Urteil fallen.

Die Verteidigung plädierte daher auf eine Bewährungsstrafe.

Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre Haft für den Fahrdienstleiter gefordert.

Richter Erich Fuchs rekonstruierte die Katastrophe: Um 04:45 hatte Michael P seinen Dienst im Stellwerk von Bad Aibling begonnen.

Abweichend von der Anklage verurteilte das Gericht den Mann bezüglich der fahrlässigen Körperverletzung wegen 85 und nicht wegen 89 Taten. Allerdings hielten sie eine Bewährungsstrafe für ausreichend, für sie kam allenfalls eine Haftstrafe von maximal zweieinhalb Jahren infrage.

Anstatt sich auf seine Arbeit zu konzentrieren, spielte der Angeklagte mit seinem Handy. Das Gericht ordnete außerdem wegen Fluchtgefahr die Fortdauer der Haft für den seit dem Frühjahr in Untersuchungshaft sitzenden Beschuldigten an. Die Höchststrafe bei fahrlässiger Tötung beträgt fünf Jahre. Von der in der Beweisaufnahme ermittelten Online-Zeit habe er 70 Prozent aktiv das Spiel gespielt. "Aber er ist in erster Linie Opfer seiner Spielleidenschaft geworden".

Zu Prozessbeginn hatte der Bahnmitarbeiter gestanden, bis kurz vor dem Zusammenstoß der beiden Züge in dem oberbayerischen Kurort das Fantasy-Rollenspiel "Dungeon Hunter5" auf seinem Handy gespielt zu haben.

Darüber habe aber das Gericht nicht zu entscheiden gehabt, für den Unfall bleibe auch der Fahrdienstleiter verantwortlich. "Der Zusammenstoß erfolgte hier ausschließlich und nur deshalb, weil der Angeklagte in diese funktionierende Technik eingegriffen hat". Dabei geht es um das Töten von Dämonen.

Peter Dürr, Anwalt der Nebenklage, zeigte sich mit dem Urteil zufrieden: "Wir haben jetzt zumindest den Abschluss des Strafverfahrens".

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