Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Sondersteuer auf zuckerhaltige Getränke


Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Sondersteuer auf zuckerhaltige Getränke

Die Weltgesundheitsorganisation fordert nun eine Sondersteuer auf zuckrige Getränke. Eine solche Abgabe könne den Verbrauch zuckerhaltiger Drinks verringern und damit Krankheiten wie Fettleibigkeit, Diabetes und Zahnverfall verhindern, heißt es in dem in Genf veröffentlichten Report.

Die WHO unterstrich, dass eine Steuer von mindestens 20 Prozent nötig sei, um einen Effekt zu erzielen.

Wenn sich die Länder zu einer Besteuerung der Drinks entschlössen, könnten sie menschliches Leid verringern und Leben retten. Die Verbraucherorganisation Foodwatch schloss sich der Forderung an. Experte Oliver Huizinga warf Schmidt vor, der Lebensmittel-Lobby auf den Leim zu gehen.

Schmidt dagegen sieht eine Sondersteuer skeptisch. Bis 1993 habe Deutschland eine Zuckersteuer gehabt - "und es hat sich nichts geändert".

Von der Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke hieß es: "Eine Strafsteuer allein auf Softdrinks ist nicht geeignet, um ein komplexes gesellschaftliches Problem wie Übergewicht zu lösen". Weil sich aber etwas ändern müsse, arbeite die Regierung daran, den Anteil von Salz, Zucker und Fett in Fertiglebensmitteln deutlich zu reduzieren. "Eine solche Steuer macht nicht schlank oder gesund, sondern ist Symbolpolitik". Auf die Frage, ob sie eine Herstellerabgabe auf zuckerreiche Getränke für geeignet halten, um eine gesunde Ernährung von Kindern zu fördern, sagten demnach 23 Prozent der gut tausend Befragten, diese Maßnahme sei "sehr geeignet". 24 Prozent fanden sie "weniger geeignet" und 20 Prozent "gar nicht geeignet".

2015 seien laut WHO-Daten weltweit 42 Millionen Kinder unter fünf Jahren übergewichtig oder fettleibig gewesen.

Die WHO empfiehlt seit Langem, dass maximal zehn Prozent der täglichen Kalorienzufuhr aus Zucker bestehen sollte. Diese könne zu einem spürbaren Rückgang des Zuckerkonsums führen, erklärte die WHO am Dienstag anlässlich des Welt-Adipositas-Tages. Und eine Preissteigerung um 50 Prozent senke dementsprechend den Konsum um die Hälfte.

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